Notfallinformationen

Sie entscheiden, welche Informationen Sie für den Notfall zur Verfügung stellen wollen.

  • Wer soll im Notfall informiert werden?
  • Wer darf Sie besuchen und mit dem behandelnden Arzt reden?
  • Nennen Sie den Namen und die Telefonnummer Ihres Hausarztes oder geben Sie weitere Informationen für das Krankenhaus, z. B. ob Sie besondere Medikamente nehmen.

 

Jetzt kostenfrei vorsorgen

In Notfallsituationen wird immer die medizinisch erforderliche Behandlung durchgeführt. Entscheidungen, die im Rahmen einer Notfallsituation getroffen wurden, müssen jedoch sobald wie möglich daraufhin überprüft werden, ob sie Ihrem Willen entsprechen. Hierzu muss, wenn Sie selbst es nicht mehr können, ein Angehöriger oder Ansprechpartner des Patienten ermittelt werden.

Der inoda Notfall-Key

Die meisten Menschen besitzen ein Handy. Und bei einem Verkehrs- oder sonstigen Unfall haben Sie es in der Regel dabei. Müssen Unfallretter bei einem Schwerverletzten Angehörige oder den Hausarzt verständigen, ist Zeit ein entscheidender Faktor. Gerade wenn sich der Verletzte nicht selbst äußern kann, ist es wichtig, dass Polizei oder Krankenhaus über den inoda Notfallkey auf Handy oder Führerschein schnell online Ihren Ansprechpartner finden.

Aus medizinischer Sicht

Ihre Vertrauensperson hat im Notfall schnell Zugriff auf Ihre inoda Notfallakte und kann entsprechend handeln. Vielleicht Ihre Kinder oder Ihr Haustier versorgen oder ein paar persönliche Sachen vorbei bringen.

Die Vertrauensperson

Die Vertrauensperson, ist die Person, die auf Ihnen Wunsch in einem Notfall verständigt werden soll. Diese Aufgabe hat nichts mit einer Bevollmächtigten- oder Betreuerfunktion zu tun.

Der Bevollmächtigte

Der Bevollmächtigte aus der Betreuungsvollmacht hat die Aufgabe Ihren, in der Patientenverfügung niedergelegten Willen, gegenüber Ärzten durchzusetzen. Sie entscheidet, wenn Sie das nicht mehr können. Ihr nächster Angehöriger (z. B. Ehepartner) muss nicht zwangsläufig für diese Aufgabe geeignet sein.

Vertrauensperson und Bevollmächtigter können dieselbe Person sein, müssen es aber nicht. Sie können auch zwei verschiedene Personen benennen.

Ärztliche Schweigepflicht gegenüber jedermann

Besonders wichtig ist, dass durch die Entbindung des Arztes von der ärztlichen Schweigepflicht beide auf der Basis Ihrer Patientenverfügung über Ihre Situation und Behandlung sprechen können. Ihr Bevollmächtigter erklärt auf dieser Grundlage die Einwilligung in ärztliche Maßnahmen oder lehnt sie ab.

Die ärztliche Schweigepflicht gilt grundsätzlich gegenüber jedermann, auch gegenüber Familienangehörigen, Ehegatten oder gegenüber anderen Ärzten. Daher müssen Sie die Ärzte von der ärztlichen Schweigepflicht gegenüber den Personen Ihres Vertrauens befreien.

Das gilt umso mehr, wenn es sich um Partnerschaften oder Freundschaften handelt.

Die Rechtsgrundlage ist § 203 StGB: danach ist es bestimmten Berufsgruppen, dazu gehören Ärzte und Anwälte, bei Strafe verboten, Geheimnisse, die ihnen anvertraut oder bekannt geworden sind, zu offenbaren. Dies gilt auch für deren Gehilfen – Krankenschwester, Kanzleivorsteher etc. Flankiert wird dieses Verbot durch Regelungen der Berufsordnung, z.B. der Berufsordnung der Landesärztekammer Baden-Württemberg. Hier gibt es zusätzlich zur Freiheitsstrafe des § 203 StGB eine Geldbuße bis zu 50.000€ und den Ausschluss aus der Ärztekammer.

Aus juristischer Sicht

Neben der Aufgabe als Bevollmächtigter hat der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, einen Betreuer zu benennen.

Bevollmächtigter oder Betreuer?

Der Betreuer aus der Betreuungsverfügung des Gerichts hat die gleiche Aufgabe wie der Bevollmächtigte, nämlich Ihren in der Patientenverfügung niedergelegten Willen gegenüber Ärzten durchzusetzen. Allerdings muss der Betreuer erst durch ein Betreuungsgericht bestellt werden.

Das Gericht entscheidet

Mit Ihrer Betreuungsverfügung schlagen Sie dem Gericht eine Person vor. Das Gericht soll möglichst Ihrem Vorschlag folgen – muss das aber nicht. Dieser Betreuer ist dann gesetzlich bestellt und unterliegt der Kontrolle des Gerichtes. Ob eine Vollmacht für einen Bevollmächtigten oder eine Verfügung für einen Betreuer für Sie sinnvoller sind, hängt davon ab, ob Sie eine konkrete geeignete Person benennen wollen.

  • Woher weiß der Polizist, dass er den inoda Notfall-Key suchen muss?

    Polizei, Rettungsdienste und Krankenhäuser wurden von inoda über den inoda Notfall-Key informiert.

  • Wieso muss ich den Arzt von seiner Schweigepflicht gegenüber meinem Lebenspartner befreien?

    Die ärztliche Schweigepflicht gilt gegenüber jedermann. Nur wer Ihre Vollmacht in der Hand hat, bekommt Informationen vom Arzt.

  • Was wird geschützt und gegenüber wem?

    Das schutzwürdige Interesse beginnt bereits beim Namen und der Tatsache, dass der Patient beim Arzt war. Sie gilt auch gegenüber anderen Ärzten. Und selbstverständlich auch gegenüber allen Familienangehörigen. Sogar für Minderjährige gilt: nur bis zum 15 Lebensjahr werden die Eltern in vollem Umfang informiert. Danach muss das Patientengeheimnis beachtet werden! Und Die Schweigepflicht gilt über den Tod hinaus. Eine Offenbarung ist nur möglich, wenn sie im mutmaßlichen Interesse des Verstorbenen ist.

  • Wann darf die ärztliche Schweigepflicht durchbrochen werden?

    Bei ausdrücklicher Einwilligung des Patienten, z.B. durch Nennung aller Personen in den Notfallinformationen in Ihrer inoda Notfallakte.

    Bei Minderjährigen und psychisch Kranken gilt, sie müssen eine Einsichtsfähigkeit zeigen. Was bedeutet das? Einsichtsfähigkeit bedeutet, es muss erkennbar sein, dass die Person versteht, um was es geht. Wenn man den Eindruck hat, dass sie nicht reagieren oder nicht verstehen, was mit ihnen passieren soll, ist vom Fehlen der Einsichtsfähigkeit auszugehen. Mutmaßliche Einwilligung: es gibt Indizien, dass der Arzt sprechen soll, wenn ein Strafverfolgungsinteresse des Staates vorliegt, so z. B. durch Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. So beispielsweise im Fall, jemand fährt mit dem Auto, obwohl die Medikamente oder die Krankheit dies verbieten. In diesem Fall, darf der Arzt die Straßenverkehrsbehörde informieren.

  • Ab wann wird ein Betreuungsgericht eingeschaltet?

    Das Verfahren vor dem Betreuungsgericht kann von jedermann durch Antrag eingeleitet werden. D.h. auch ein Nachbar oder Mitbewohner im Mehrfamilienhaus kann diesen Antrag stellen, wenn er den Eindruck hat, dass jemand seine Angelegenheiten nicht mehr selbst besorgen kann. Ein solcher Antrag geht ins Leere, wenn Sie einen Betreuungsbevollmächtigten benannt haben.

  • Was ist der Unterschied zwischen einer Vertrauensperson, einem Betreuer und einem Betreuungsbevollmächtigten?

    Dies ist eine wichtige Frage und wir möchten sie so gut wie möglich beantworten.

    Die Vertrauensperson ist kein Rechtsbegriff, gemeint ist eine Person, die im Notfall durch die Rettungskräfte kontaktiert werden soll. Sie können dieser Person erlauben, mit den Ärzten zu sprechen. Dazu müssen Sie die behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht gegenüber dieser Person entbinden.

    Der Betreuer wird ausschließlich vom Betreuungsgericht bestellt. Er kann von Ihnen im Rahmen einer Betreuungsverfügung vorgeschlagen werden. Wenn keine schwerwiegenden Gründe dagegen sprechen, muss er vom Gericht auch bestellt werden. Er wird vom Gericht kontrolliert und muss einmal pro Jahr Rechenschaft ablegen. Der Gesetzgeber verlangt, dass eine ehrenamtliche Betreuung einer Berufsbetreuung vorzuziehen ist. Damit kommt eine Berufsbetreuung nach dem Willen des Gesetzgebers nur in besonders schwierigen Fällen wie z.B. bei Behinderten oder suchtkranken Personen in Betracht.

    Der Betreuungsbevollmächtigte ist ein neuer Begriff von inoda: Nach unserer Definition handelt es sich um die Person, die das Vertretungsrecht zur Durchsetzung der Patientenverfügung hat. Die Rechtsgrundlage sind die §§ 164ff BGB – Vertretungsrecht. Es handelt sich um eine Vollmacht, die juristisch einen gesetzlichen Betreuer durch das Betreuungsgericht für die Durchsetzung der Patientenverfügung überflüssig macht.

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