Patientenverfügung

Legen Sie fest, wie Sie im Notfall behandelt werden wollen.

  • In Ihrer Patientenverfügung entscheiden Sie über medizinische Maßnahmen am Lebensende.
  • Konkret können Sie Vorgaben machen zu Art und Umfang der Behandlung, können Behandlungsformen zustimmen oder ausschließen sowie festlegen, dass bestimmte lebenserhaltende Techniken angewendet werden.
  • Ihre Patientenverfügung ist für den Arzt verbindlich! Dies wird von der aktuellen Rechtsprechung immer wieder bestätigt.

 

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In vielen Situationen können Sie selbst mit Ihrem Arzt über Ihre Behandlung sprechen und selbst entscheiden. Falls Sie aber durch einen Unfall, eine Krankheit (zum Beispiel Demenz) oder im hohen Alter nicht mehr in der Lage sein sollten, Ihren Willen zu äußern, hilft allen Beteiligten Ihre Patientenverfügung.
 

Selbstbestimmt Leben

Dazu gehört auch, selbstbestimmt zu entscheiden, wie man behandelt werden will, wenn das Lebensende bevor steht. Keinem fällt das leicht. Wir helfen Ihnen, Ihre eigenen Vorstellungen für den Fall zu formulieren, dass Sie sich durch einen Unfall oder eine Erkrankung im unmittelbaren Sterbeprozess befinden und sich nicht mehr selbst um Ihre Behandlung oder Pflege kümmern können. Um zu einer eigenen Meinung in diesem schwierigen Thema zu kommen, ist es sinnvoll, mit Freunden, Angehörigen und auch mit Ihrem Hausarzt über Ihre Haltung und Ihre Fragen zu sprechen.

Im Laufe Ihres Lebens kann es sein, das sich Ihre Einstellung verändert. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Patientenverfügung jederzeit ohne großen Aufwand verändern und aktualisieren können. Dazu benennen Sie im ersten Schritt die Situation, für die Ihre Patientenverfügung gelten soll. Im zweiten Schritt geht es um ganz konkrete Maßnahmen, wie zum Beispiel die Schmerz- und Symptombehandlung oder künstliche Ernährung. Sie können festlegen, wo Sie behandelt werden wollen und ob Sie einen religiösen Beistand möchten.
 

Aus medizinischer Sicht

Das ärztliche Selbstverständnis ist darauf ausgerichtet, Leben zu erhalten, Krankheiten zu heilen und Schmerzen zu lindern. Ihr Wille und Ihr Selbstbestimmungsrecht sind für den Arzt jedoch entscheidend. Deshalb ist es für ihn und Ihre Angehörigen wichtig , dass Sie so konkret wie möglich werden, was Sie wollen und was nicht.
 

Je konkreter, desto besser!

Je konkreter die Aussage gefasst wird, desto stärker ist die Bindungswirkung, das heißt, desto klarer ist das ärztliche Handeln vorgegeben. Unspezifische und auslegungsbedürftige Formulierungen wie „Apparatemedizin lehne ich ab.“, „Ich will kein unwürdiges Dahinvegetieren“ und ähnliche sind zwar emotional nachvollziehbar, dem Arzt aber bei der Entscheidungsfindung wenig hilfreich.
 

Umgang mit Mustern und Vorlagen

In der Praxis gibt es eine Fülle von Mustern für Vorsorgevollmachten, Betreuungsverfügungen und Patientenverfügungen. Besonders positiv sind uns die Vorlagen von folgenden Anbietern aufgefallen:

Unsere Vorlagen

Unsere Vorlagen haben sich an diesen Mustern orientiert, wurden juristisch geprüft, verfolgen aber einen anderen Ansatz. Wir unterscheiden zwischen einer Patientenverfügung für den unmittelbaren Sterbeprozess und einer Vorsorgevollmacht für die Gesundheitsvorsorge in allen anderen Fällen.

Diese Vollmacht ist notwendig, wenn Sie Ihren Willen nicht äußern können, sich aber nicht im unmittelbaren Sterbeprozess befinden. Für diesen Fall, der naturgemäß wesentlich unvorhersehbarer ist, stellen wir Ihnen möglichst viel Raum für eigene Formulierungen zur Verfügung, damit Sie mit eigenen Worten sagen können, was Sie sich wünschen und was Sie definitiv ablehnen. Dadurch kann Ihr Wille von Ihren Angehörigen besser verstanden und vom Arzt besser umgesetzt werden. Bei allen Vorlagen handelt es sich um beispielhafte Aufzählungen. Sie können jeweils weitere ärztliche Maßnahmen in Ihre Verfügung einbeziehen wie beispielsweise Dialyse, Bluttransfusion oder Organtransplantation. Sie sollten genau prüfen, auf welche ärztlichen Maßnahmen Sie persönlich in bestimmten Lebenssituationen verzichten oder welche Sie erhalten möchten.
 

Aus juristischer Sicht

Die Bundesärztekammer hat im Jahr 2004 in den Grundsätzen zur ärztlichen Sterbebegleitung auch zum Thema Patientenverfügung Stellung genommen. Wir zitieren: "Eine Patientenverfügung ist eine schriftliche oder mündliche Willensäußerung eines einwilligungsfähigen Patienten zur zukünftigen Behandlung für den Fall der Äußerungsunfähigkeit. Mit ihr kann der Patient seinen Willen äußern, ob und in welchem Umfang bei ihm in bestimmten, näher umrissenen Krankheitssituationen medizinische Maßnahmen eingesetzt oder unterlassen werden sollen." (Quelle: Ausschnitt aus der Rede der Präsidentin der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Dr. Ulrike Wahl, beim Symposium der Notarakademie zum Thema "Patientenverfügung" am 10. Juli 2006 in Stuttgart)

Diese Willensäußerung sollte sich allerdings nicht alleine auf die Patientenverfügung beschränken. Genauso wichtig ist die Besprechung mit den von Ihnen mit einer Betreuungsvollmacht bedachten Personen. Diese müssen im Fall der Fälle entscheiden, ob eine medizinische Maßnahme in Ihrem Sinne ist oder nicht. Aus diesem Grund müssen sie Ihre Wertvorstellungen und Beweggründe für Ihre Entscheidungen in der Patientenverfügung kennen. Selbst wenn keine Patientenverfügung vorliegt, kann Ihr Betreuungsbevollmächtigter in die Entscheidung über eine medizinische Betreuung eingreifen, wenn er Ihre Vorstellungen kennt. Eine schriftliche Patientenverfügung ist hierfür nicht zwingend notwendig, aber sehr hilfreich. Liegt sie vor, ist außerdem die regelmäßige Aktualisierung, mindestens die Bestätigung, dass die derzeitige Verfügung noch Ihren Vorstellungen entspricht, von großer Bedeutung. Deshalb unterstützen wir Sie mit unserem inoda Aktualitätsservice.

  • Was passiert, wenn sich der Arzt nicht an meine Patientenverfügung hält?

    „Der Betreuer hat dem Willen des Betreuten Ausdruck und Geltung zu verschaffen, in Zweifelsfällen wird er diesen Willen mit Hilfe eines Gerichtes durchsetzen."(§1901a BGB). Mit anderen Worten, mein Betreuer oder Betreuungsbevollmächtigten muss meine Patientenverfügung gegenüber dem Arzt durchsetzen. Notfalls mit Hilfe eines Amtsgerichtes.

  • Was bedeutet die Aussage „unmittelbarer Sterbeprozess“?

    Diese Formulierung beschreibt das Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit oder der unabwendbare Sterbeprozess durch eine extreme Gehirnschädigung oder einen weit fortgeschrittenen Hirnabbauprozesses.

  • Warum soll ich eine Patientenverfügung machen?

    Sie machen es Ihren Angehörigen etwas leichter, da sie Ihren Willen für diesen Fall kennen.

  • Was passiert, wenn ich eine Frage nicht beantworten kann oder will?

    Nichts! Ihre Patientenverfügung ist trotzdem wirksam - in jedem Fall. Wichtig ist, dass Sie mit Ihrem Betreuer oder Betreuungsbevollmächtigten darüber sprechen.

  • Ich bin Single und habe keine so nahestehende Person, die ich zum Betreuer oder Bevollmächtigten machen kann?

    Dann ist Ihre Patientenverfügung besonders wichtig, da eine vom Betreuungsgericht bestellte Person (Betreuer) nur dadurch Ihre Wünsche erfahren kann.

  • Was ist ein Betreuungsbevollmächtigter?

    Der Betreuungsbevollmächtigte ist ein neuer Begriff von inoda: nach unserer Definition handelt es sich um die Person, die das Vertretungsrecht zur Durchsetzung der Patientenverfügung hat. Die Rechtsgrundlage sind die §§ 164ff BGB – Vertretungsrecht. Es handelt sich folglich um eine Vollmacht, die einen gesetzlichen Betreuer durch das Betreuungsgericht für die Durchsetzung der Patientenverfügung überflüssig macht.

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